Alle vorarbeit war getan: Verträge unterschrieben, Geld überwiesen, Kisten gepackt, Paggy und Micha in die Startposition in Sandhausen gebracht. Nun endlich stand am Samstag der wichtigste und entgültige Schritt an – die Übergabe des Hauses.
Am heutigen Samstag trafen wir uns nun zunächst mit den (Noch-)Eigentümern der oberen Wohnung und des Anbaus. Stück für Stück gingen wir Räume und Papierkram durch und bekamen dann endlich die ersehnten Schlüssel für unser kleines Familienschloß! Insgesamt waren es überraschender Weise zwei Hände voll davon und 50% davon hatten eine unklare Bestimmung. Über den Lauf der Jahre sammelte sich eben so einiges an, ein Teil davon wurde sicher noch zu Kaisers Zeiten geschmiedet. Nett war, dass wir auch den ersten Haustürschlüssel des Anwesens bekamen – Ein großer, schwerer Eisenschlüssel, wie ihn sonst nur der Gefägniswärter in monochromen Krimiserien hat.
Die Erdgeschoß-Wohnung ließ noch ein wenig auf sich warten. Die Besitzer hier waren am selbigen Tag noch mitten im Umzug und schoben (leicht beschämt) die Übergabe immer weiter raus. Wir hatten volles Verständnis und holten kurzerhand Peggy, Micha und Anouk in unser neues Zuhause – Die auch gleich mit einem ersten Einzugsgeschenk aufwarteten: Auch wenn unser neues Bad noch ein wenig Zeit braucht – die passende Klobürste haben wir schon mal.
Zu fünft betrachteten wir eingehende den übergebenen Teil unseres neuen Zuhauses und stellten im Geiste schon mal Möbel und erfassten diverse Arbeitsgebiete. In der Küche mussten die Wände und der Teppich raus. Letzteren hoben wir mit einem relativen Kraftaufwand schon mal an – und siehe da: ein neuer Job.
Unter dem Teppich war auf die Dielen eine eher minder hübsche Spanplatte genagelt. Aber weiter im Haus. Wir freuten uns an so vielen kleine Details: Die Fliesen im Treppenhaus, die Drehklingeln an den Wohnungstüren und die alten Türen samt alten
Schließkästen.
An den Türklinken muss auch noch gearbeitet werden. Leider wurde ein Teil dieser gegen ‚moderne‘ (also das, was eben in den 70ern modern war) ausgetauscht. Die Flohmärkte werden hier hoffentlich Ersatz haben.
Inzwischen stellten wir fest, dass wir allesamt noch nix gegessen hatten. Peggy und Micha hatten glücklicherweise beim besten Sandhäuser Konditor eine große Packung Torten mitgebracht und diee Kaffeemaschiene war auch schon angekommen. Also setzten wir uns in den Anbau und genossen erst mal lecker Kuchen.
Um 17 Uhr war es dann endlich soweit, dass wir auch die Erdgeschoss-Wohnung übernehmen konnten – samt ausführlicher Fotodokumentation, welche Kabel und Rohre wo verlegt wurden. Wenig emotional aber nicht unpraktisch.
Nun war es also endlich unsers. Zeit, das Haus ordnungsgemäß einzuweihen und im Garten das erste Mal den Grill anzuschmeißen! Und so genossen wir unseren großen Zieleinlauf mit einem kühlen Bier und marinierten Chicken-Wings. Sehr schön, aber richtig angekommen ist es noch nicht, dass alles unseres ist. Aber das kommt sicher noch – genauso wie die Arbeit!