Es ist ja nach wie vor sengend heiß in Sandhausen. Am gestrigen Samstag stellten wir uns noch mutig den Herausvorderungen und schraubten Regale auseinander uns pinselten fleißig weiter die Hütte in warmen Weiß. Heute ging allerrdings nix mehr – außer trinken. Am Abend stellten wir fest, dass es draußen 0,5°C kühler war und sofort beschlossen wir, unsere neue Nachbarschaft zu erkunden und dabei ein wenig runterzukühlen. Ok, das Erste funktionierte auch.
Zu Fuß machten wir uns auf den Weg und stießen nur 7 Gehminuten auf unser nächsten Projekt 😉 . Eine leider viel zu stark runtergekommene, dafür wunderbar alte Fabrikhalle steht am Stadtrand von Sandhausen leer und wartet auf einen Liebhaber!

Soweit man es von außen erkennen kann, beherbergt das Gebäude riesige und hohe Räume, die durch die obere Fensterreihe auch recht lichtdurchflutet sein müßten.
Hier braucht es wirklich nur jemand mit Stil, Zeit und vor allem Geld, dann kann man daraus sicher was wundertolles machen. Wir stöberten ein wenig um die Halle und ließen dabei unserer Phantasie freien Lauf.
Aber dann trieb uns die Neugier weiter. Ein paar Schritte weiter überquerten wir den Grenzfluß zu St. Ilgen und bogen hier in eine kleine, aber gut befahrenere Seitenstraße. Und schon waren wir verwirrt, irgendwie wartet St. Ilgen hier mit einem heilosen Durcheinander an Baustilen und -zeiten auf. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass wohl alles schnell und günstig hochgezogen wurde. Und so stand architektonische Langeweile der 50er, 60er, 70er, 80er, 90er und von heute in trauter Eintracht nebeneinander.
Eine erst kürzlich fertiggestellte Reihenhausanlage forderte fast spontanen Applaus an die Stadtplaner heraus. Wie auf dem Foto hübsch zu sehen, muss man zukünftig bei der Formulierung „unverbaubarer Blick ins Grüne“ doch höllisch aufpassen…
Aber auch in solchen Siedlungen findet man mit ein wenig Muße kleine Oasen, die wieder zeigen, das zu jeder Zeit auch Menschen mit Geschmack gelebt haben und leben werden!
Aber zwei Schritte weiter kamen gleich wiederZweifel an der ‚Krone der Schöpfung‘ auf.

Gleich mehrere Häuser warteten im Vorgarten mit bunten Steinkompositionen auf! Yang-Yang oder ein kleines Flüßlein…knallbunte Steine ermöglichen sovieles, aber nix schönes.
Jetzt war die Gefahr doch inzwischen recht groß,ein chronisches Augenleiden zu bekommen. Also ab zurück nach Sandhausen, wo die Welt in Ordnung ist. Natürlich statteten wir unserem Haus noch einen Besuch ab. Eine Augenweide, heute mehr denn je!
Schräg gegenüber probierten wir gleich noch unsere neue Kneipe aus und betrachteten bei einem Ralder unsere neue Straße. Man kann es glaub am besten mit Zufriedenheit beschreiben, was wir fühlten. Und nicht nur unser Haus stand wundervoll in der Abendsonne,
auch unsere Nachbarschaft kann sich sehen lassen.
In einer Woche ziehen erst mal Micha, Peggy und Anouk in unser Renovierungswunder hier und in drei Wochen stehen wir endlich im eigenen Zuhause! Es wird schön, egal wie warm es ist!