Kirchheim 1: Die finale Prüfung

Nun kam es endlich doch zum begehrten Gutachtertermin. Am vergangenen Dienstag konnte der Termin kurzfristig eingeräumt werden und der DEKRA-Gutachter konnte es auch ermöglichen. Ein Glücksfall, denn ab Mittwoch waren ja Peggy und Micha nicht mehr in Heidelberg für eine Woche und es war schon wichtig, dass endlich auch mal zumindest einer der Beiden das Haus von innen sieht. Nach eingehender Planung und Diskussion machten sich im Endeffekt Ingo und Micha auf den Weg zum professionellen Haus-Casting während Christopher, Peggy und Anouk zu Hause auf das Ergebnis warteten.

Nach nur 10 Gutachten-Minuten stießen wir schon auf die erste Hürde unseres Vorhabens: Für einen Dachausbau, so der Gutachter, würden wir bei der aktuellen Bauweise des Dachstuhhls keine Baugenehmigung bekommen, da zwei Balken auf einer Höhe von weniger als 2,10m durchlaufen. Da diese tragende Funktion haben, könne man diese auch nicht einfach herausnehmen. Darüberhinaus entdeckte er einen Wasserschaden, von er zwar ausging, dass dieser schon älter war (und inzwischen ausgetrocknet) und dazu führte, dass vor 10 Jahren das Dach neu eingedeckt wurde. Mit 100%iger Sicherheit kann er dies aber natürlich nicht sagen.

Weiter gings einen Stock tiefer…hier stießen wir auch auf die aktuelle Mieterin, die uns beim ersten Termin ja Probleme bereitete. Sie war ja nicht Bestandteil des Gutachterauftrags, also widmete ich mich kurz ihr und betrieb ein wenig Smalltalk. Nach 5 Minuten war auch hier klar, dass das nicht einfach werden würde, mir stieß doch eine recht große Welle an Ablehnung und Blockade entgegen. Aber weiter im Gutachten. Im Endeffekt kam heraus, dass beide Schornsteine außer Funktion und bis zum Dachgeschoß zugeschüttet sind (Was schon mal bedeuten würde, dass Ingo und Topher keinen Kamin bekommen).

Im Erdgeschoss waren uns nur zwei von 5 Räumen zugänglich, weil die Schlüssel der Mieter nicht vorlagen. Hierüber waren wir ein wenig irritiert, aber inzwischen änderte dies auch nichts mehr an unserem schlechten Gefühl.  Der Gutachter fragte noch kurz beim Eigentümer die baurechtlichen Gegebenheiten ab und kam hier auch zu der Vermutung, dass das Anwesen hier eigetnlich als Einfamilienhaus gilt, was aber nicht schlimm wäre, da wir dadurch die beiden Wohnungen nicht als Eigentumwohnungen veräußern können. Aber wer will das schon.

Zu letzt kam noch heraus, dass die Zentralheizung gar nicht im Keller angesiedelt ist, sondern in der OG-Wohnung. Ein Austausch gegen einen modernen Brenner sei auch nicht möglich, da (s.o.) ja kein Schornstein mehr vorhanden war.

Nach einer Stunde Gutachten unterhielten wir uns noch eine Viertelstunde mit dem Häuserprofi und er erklärte uns sehr nett und auch verständlich die Sachlage. Inzwischen haben wir das auch auf ca. 40 Seiten schriftlich, in der Schätzung liegen die erforderlichen Instandhaltungskosten bei 50.000€. Aber grundsätzlich eine solide Bausubstanz, man darf halt keine Wunder erwarten.

Auf dem Heimweg versuchte dann Micha sehr vorsichtig und einfühlend sein ablehnendes Urteil zu formulieren. Wir waren einer Meinung, dass das nun doch nicht unser Haus ist. Micha war süß wie immer und hatte ein wenig Angst, dass ich furchtbar enttäuscht bin. Bin ich auch, aber nicht des Hauses wegen, sondern weil sich nun unser großer Plan des gemeinsamen Lebens sich weiter in die Zukunft schiebt. Aber auf der anderen Seite war ich froh, der Gutachter hatte Saachen aufgedeckt, die ich so nie gesehen oder hinterfragt hätte. Auf der anderes Seite ist es immer wieder schön zu sehen, dass wir Freunde haben, die (auch wenn sie selbst ein wenig gedrückt waren) zunächst einmal den Fokus darauf gesetzt haben, Topher und mich aufzubauen.

Apropos Christopher: Am gleichen Abend noch zeigte er wieder mal, dass er Rückschläge eher als Herausforderung sieht. Kaum zuhause setzt er sich gleich wieder an den Rechner und durchforstete die Immobilienanzeigen. Und 20 Minuten später fand er auch gleich was, allerdings waren wir hier zu spät – bei einem kurzen Telefonat mit dem Makler zeigte sich, dass es bereits mehrere Interessenten gäbe, Führungen nicht mehr angeboten werden und die Bieterfrist am 14. August endet.

Klauen wir also mal einen Buchtitel von Procter & Gamble und sagen „Eyes on tomorrow“ – weiter gehts!

2 Gedanken zu „Kirchheim 1: Die finale Prüfung&8220;

  1. Na, wie Mutter immer sagt „Man weiss nicht……..“, aber das mit der Mieterin in der oberen Wohnung ist mir schon ein wenig spanisch vorgekommen mit den abgesagten Terminen.
    Also, es ist wieder spannend – irgendwann klappts!!!!!!

  2. Na Hallo Ihr Zwei, wird schon werden, man braucht viel Geduld und Nerven.
    Ich werde weithin gespannt auf die Seite schauen, ich lass mich überraschen.
    Mit lieben Grüssen die alte Tante

Da muss ich aber was zu schreiben!