Es war eigentlich nur ein kleiner Routine-Eingriff: Unser aller Smart musste sich mal wieder dem TÜV unterziehen, nichts großes, nur der Kotflügel vorne rechts bedurfte leichter Korrektur. Umso mehr traf uns der Anruf des Smart-Schraubers: Der kleine hatte weitaus mehr Leiden, als er sich anmerken ließ. Tapfer drehte er stehts seine Runden und jammerte nie, dass in seinem Organismus es an allen Ecken und Enden Probleme gab. Insgesamt hätte der Lebenserhalt über 2.000 Euro gekostet, und auch dieser maximale Einsatz von Ressourcen hätte ihm wahrscheinlich auch nur einge Monate ruhen lassen.
So entschieden wir uns, die Therapie einzustellen! Schwer wars auf jeden Fall, wir alle verbinden mit dem Kleinen viele sehr schöne Geschichten. Es war die erste große und gemeinsame Investition von Topher und Ingo, er führte Ingo auf die letzte Reise zu seinem Onkel nach Berlin, er transportierte brav alle Einkäufe von IKEA nach Hause, er brachte Peggy das Fahren in Tiefgaragen bei und bewies mehr als einmal, dass der Wocheneinkauf für 4 Personen locker in ihn reinpasst. Und nicht zuletzt: Er war und ist für Anouk der Inbegriff eines Autos und durfte als erstes ihr aufgeregtes „Auto! Auto! Auto!“ hören.
Doch neben den unzähligen tollen Momenten verliert Peggy auch ihren fahrbaren Untersatz. Nun musste sie wohl, um Anouk in die Kinderkrippe zu fahren, mitten in der Nacht losfahren und mit der S-Bahn einmal um die Welt fahren. Und Micha soll wieder bei sengender Hitze die Getränkekisten durch Dossenheim schleppen und sich dabei komplett das Kreuz ruinieren?
Die Beiden setzten sich kurzerhand zusammen und zählten die monetären Bestände, machten kurz mal eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung und kamen überein, dass da noch ein eigenes Autochen reinpasst. Also fuhren wir mal wieder die Gebrauchtwagenhändler der Region an und – Tata – fanden einen gebrauchten C3 von Citroën. Genau das Fahrzeug, dass Peggy immer schon mochte und mit viel Freude in ihrer letzten (nicht ganz gelungenen) Beziehungsübung gefahren ist. Kurzerzhand suchten wir den Autohändler zu dritt auf und Micha und Peggy machten den Vertrag perfekt. Jetzt musste nur noch saubergemacht werden, ein Kennzeichen drauf und – schwupps – konnte Pegglein ihn in Empfang nehmen.
Und seit dem können Peggy, Micha und Anouk nun endlich auch zu dritt unterwegs sein! Was sie natürlich gleich nutzten und zusammen mit Peggys Vater und einem lecker Pflaumenkuchen einfach mal so bei Topher und Ingo zum Kaffee vorbeikamen! Fantastisch! Und gerade noch rechtzeitig geschafft, in 6 Wochen ist es ja nun vollkommen egal, wie groß das Auto ist, wenn alle zusammen einen Kaffee trinken wollen.
Was mit dem kleinen Smart passiert? Er wird weiterleben, indem er als Organspender für andere tolle Smarts ausgeschrieben wird. So kann er vielen anderen noch Freude bereiten, wie auch uns in all den Jahren.